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Wer einmal der Sonne und dem Strandleben entfliehen möchte, findet landeinwärts Abstand davon. Auf der nach Norden führenden Hauptstrasse trifft man nach 9 km auf den Ort Benissa mit einem schönen, gepflegten Altstadtkern. Die Häuser schmücken schmiedeiserne Balkone und Fenstergitter, und häufig entdeckt man in den Fensterbänken alte, handgemalte Kacheln.

Benissa, eingeschlossen in das Herz des Küstengebietes der 'La Marina', zählt momentan 9521 Einwohner. Der Ort liegt zwischen Valencia und Alicante und ist durch einen perfekten Straßenausbau mit anderen Orten an der Costa Blanca, ganz Spanien und dem Rest Europas verbunden. Dies alles dank der N-332 (Nationalstraße), der Autobahn A-7, einer guten Zugverbindung und nicht zuletzt dem nationalen und internationalen Busverkehr. Der Stadtkern Benissas liegt 275 Meter über dem Meerespiegel und nur wenige Kilometer vom Meer entfernt. Ein exzellentes Klima hat hier ein Mikroklima geschaffen, das für einen angenehmen Aufenthalt in einer außergewöhnlich schönen Gegend sorgt.
Die Landwirtschaft des vergangenen Jahrhunderts und zu Beginn dieses Jahhunderts war zunächst die Haupteinahmequelle der Stadt. Heute ist dies der Tourismus.
Viele tausend Touristen haben die Stadt schon besucht und konnten sich davon überzeugen, daß hier keine Wünsche offen bleiben. 

Die Geschichte

Verschiedene Ausgrabungen belegen prähistorische Aktivitäten in Benissa. Die Entdeckung dreier kleiner Höhlenwandmalereien im Gebiet von 'Pinos' sowie der Fund alter Münzen, Urnen etc. deuten ebenso auf die Anwesenheit römischer Kultur hin.
Der Ortsname 'Benissa' geht auf arabischen Ursprung zurück. Auch heute tragen noch viele Orte der Umgebung arabische Namen. So zum Beispiel: La Alfama, la Rapita, el Rafalet... etc. Das bestätigt die These, daß Benissa bereits von einer arabischen Bevölkerung bewohnt wurde, als Jaime I. -der Eroberer- die Stadt im Jahre 1248 erreichte.
Nach der Vertreibung der Mauren (1609) wurde das Gebiet durch umgesiedelte Bürger aus den Pyrenäen, aus Katalonien und Aragon neu bevölkert. Aus dieser Zeit findet man heute noch die Reste der Mauern, die Benissa einst umgaben.

Museen und Monumente

Benissa ist reich an Denkmälern. Schon ein Spaziergang durch das historische Zentrum der Stadt bringt uns in ein wahres Museum aus schönen Gebäuden und schmalen Gassen, die von einer reichhaltigen Geschichte zeugen.
Ein Rundgang durch Benissa führt uns zu einem Innenhof, dem Plaza de Portal.
Das Gebäude um diesen Innenhof war einst ein Hospital für Arme und wurde 1790 errichtet.
Die 'Calle Purisima' führt uns zu einer alten Kirche, der 'Iglesia fortaleza', gebaut im 14. Jahrhundert. Sie wurde im 16. Jahrhundert reformiert und blieb erhalten, bis sie in den 50er Jahren zerstört wurde. Der Kirche gegenüber steht das Pfarrhaus, la Casa Cayetano.
Auf der rechten Seite der Straße 'Calle Purisima' finden wir zwei herrschaftliche Gebäude (Casa dels Andres). Hier befindet sich der Sitz der allgemeinen Universität. Einige Häuser weiter finden wir das älteste Gebäude der Stadt - La Lonja -. Hier ist heute ein Völkerkundemuseum untergebracht. Im ersten Stock war einst das Rathaus (mit Ratssaal), wo auch Gericht gehalten wurde, und im Parterre wurden geschäftliche Transaktionen getätigt.
Gehen wir wieder ein Stück zurück, können wir die Straße 'Calle del Angel' überqueren und kommen zur Straße 'Calle Desamparados', eine der sinnbildlichsten Straßen Benissas. Hier stehen die Häuser der edelsten und nobelsten Familien der Ortschaft. Jedes einzelne besitzt sein Wappen, schöne Balkone und Gitter. Auf der linken Seite taucht eine Ansammlung sehr niedriger Häuser auf. Hier wohnte in früherer Zeit die Dienerschaft und die niedrige Höhe der Gebäude erlaubten den Herrschaften in den Herrenhäusern eine ungestörte Aussicht auf das schöne Panorama.
Die Straße 'Calle Sta. Ana' führt hinunter zu dem 'Monumento del Ribero', einer Statue in betender Haltung. Das Denkmal ist den Vorfahren der alteingesessenen Einwohner von Benissa gewidmet, die ehemals an die Flußufer von Valencia emigrierten, um dort den Reisanbau zu betreiben.
Gegenüber des Denkurals sehen wir das schöne Haus der Familie 'Torres-Orduna', das heutige Kulturhaus. Gehen wir die Straße 'Calle Purisima' weiter, gelangen wir rechter Hand zur Straße 'Calle Francisco Sendra', wo wir das Haus 'Casals dels Joves' aus dem 16. Jahrhundert finden. Zur damaligen Zeit war es ein Handelshaus und bekannt als öffentliche Kornoder Getreidekammer. Im Erdgeschoß wurde einst Fleisch verkauft und auf der Straße vor dem Gebäude wurden Markttage abgehalten.
Kehren wir nun auf die Straße 'Calle Purisima' zurück und spazieren weiter zum Platz des Jaume I., wo sich heute das Zentrum von Benissa befindet. Hier erhebt sich eine beeindruckende Kirche, die 'Iglesia de la Purisima Xiqueta'. Sie ist besser bekannt als die 'Catedral de la Marina' und ist das Symbol der Stadt. Ihr Baustil ist neugotisch und sie wurde von 1902 bis 1929 erbaut. Die Kirche hat 3 Hallen und ihr Bau überrascht mit seinen extremen Proportionen. Die Außenfassade weist interessante Kunstarbeiten einiger Künstler Benissas auf. In ihrer Altarkapelle erhebt sich der Thron mit der Figur des 'Purisima Xiqueta', des reinen, heiligen Kindes. Es ist der Schutzpatron der Stadt und wird hier mit den berühmten Gemälden des Juan de Juanes umrahmt.
Zum Schluß erreichen wir über die Straßen 'Calles San Nicolas, Calle San José‚ und Calle Padre Zacarius' das Franziskaner-Kloster (Convento de los Padres Franciscanos) aus dem 17. Jahrhundert. Die Außenfassade des Klosters erinnert an eine Schutzburg. Hervorzuheben ist in seinem Inneren der Kreuzgang des Klosters. Neben dem kleinen Klostergang gibt es die Hauptkirche, in der wir ein herrliches Altargemälde aus dem 18. Jahrhundert und eine aus Holz geschnitzte Figur finden. Letztere stellt den Heiligen San Antonio aus Padua dar.

 

Traditionelle Voksfeste

In Benissa feiert man fast das ganze Jahr hindurch Feste. Zu betonen ist hierbei die Verehrung seines Schutzpatrons, des 'Purisima Xiqueta', dem zu Ehren das Fest der Feste, die Fiesta Mayor, am 4. Sonntag im April gefeiert wird. Religiöse Umzüge, Stiertreiben, Wagenumzüge, Volksfest und Feuerwerk sind nur einige Bestandteile dieses Festes. Über einen Zeitraum von 20 Tagen im Januar feiert man in Benissa das traditionelle Fest 'Fira i Porrat de Sant Antoni', eine Art Kirmesfest zu Ehren des Heiligen San Antonios. Hierbei finden in den Straßen der Altstadt unzählige Attraktionen und ein Jahrmarkt statt. Auch kulturelle Veranstaltungen finden hier ihr attraktives Programm.
Das Fest der 'Moros y Cristianos' findet zu Ehren des Heiligen San Pedro in der letzten Juniwoche statt. Hier wird in prächtigen Kostümen und in beeindruckenden Umzügen der Vertreibung der Mauren durch die Christen gedacht. Ein Spektakel, das man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte. Die zahlreichen Gemeinden um Benissa begehen ihre Feste in den Sommermonaten, mit Jahrmärkten und Essen unter freiem Himmel, zu deinen jedermann herzlich eingeladen ist. In Benissa fühlt sich niemand als Fremder. Die Offenheit und Gastfreundlichkeit seiner Bürger läßt den Besucher sich wie zu Hause fühlen.

 

 

 
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